Spielvereinigung Siebleben 06 e.V.

1.Männer : Spielbericht Kreisoberliga Westthüringen, 5.ST

Marksuhler SV   SpVgg Siebleben 06
Marksuhler SV 1 : 3 SpVgg Siebleben 06
(1 : 2)
1.Männer   ::   Kreisoberliga Westthüringen   ::   5.ST   ::   14.09.2019 (15:00 Uhr)

Spielstatistik

Tore

Julian Peinelt, Michele Lehmann

Gelbe Karten

Elias Herr, Christian Schreiber, Sören Lehmann

Zuschauer

60

Torfolge

0:1 (9.min) - Julian Peinelt
1:1 (22.min) - Marksuhler SV
1:2 (26.min) - Michele Lehmann
1:3 (71.min) - Marksuhler SV (Eigentor)

„Heimsieg“ für den Weltenbummler

Beim Abpfiff von Schiedsrichter Steve Kropfelder ballte Sieblebens Torhüter Daniel Heidrich die Siegerfaust und rief: „Ja, drei Punkte!“ Die waren zweifelsohne von den Randgothaern fest eingeplant. Der Spitzenreiter wurde auch, ohne wirklich zu glänzen, seiner Favoritenrolle gerecht und löste die Pflichtaufgabe bei Aufsteiger SG Marksuhl/Förtha mit einem 3:1 (2:1)-Erfolg.

Für den Keeper war es jedoch kein gewöhnliches Auswärtsspiel, sondern eine emotionale Rückkehr in die Heimat. Heidrich ist in Marksuhls Nachbarort Oberellen aufgewachsen, spielte dort auch für die SG Suhltal/Eltetal und traf am Samstag viele alte Bekannte wieder. Seit 2014 wohnt der Krankenpfleger in Gotha, wo er erst bei Westring anheuerte und seit 2017 für Siebleben im Kasten steht. Beim „halben Heimspiel“ musste er gegen die zu wenig Durchschlagskraft entwickelnden Gastgeber nur selten brenzlige Szenen bereinigen. Seine beste Tat zeigte der 29-jährige kurz vor dem Wechsel, als er gegen den frei vor ihm auftauchenden Luca Scheuch den erneuten Ausgleich verhinderte (44.). Dennoch hatte Trainer Kandy Burkhardt beim Abklatschen am Ende nicht nur nette Worte für den Schlussmann parat. „Gut gemacht, aber was ist los mit deinen Füßen? Die Abschläge müssen unbedingt besser kommen“, verlangt der Coach. Auch er weiß, dass Heidrich noch viel Trainingsrückstand hat. Schließlich kehrte er erst kurz vor Saisonbeginn von seiner anderthalbjährigen Auszeit zurück. Gemeinsam mit Lebensgefährtin Claudia reiste er über London, New York, Kuba, Hawai und Australien einmal rund um den Globus.

In Marksuhl sah der Weltenbummler zunächst schwungvoll startende Vordermänner, die auf ein frühes Tor drängten und das auch bekamen. Nach neun Minuten zog Julian Peinelt mit viel Tempo von der linken Seite in den Strafraum und schloss aus etwa acht Metern unhaltbar ab. Manche Marksuhler Zuschauer befürchteten Böses, dachten an jene Schwarzmaler, die beim morgendlichen Brötchenholen sechs oder sieben Gegentore prophezeit hatten. Doch Marksuhls Rumpfelf fing sich. „Wenn man bedenkt, wer bei uns heute alles fehlt, dann kann ich nur sagen, Respekt, wie die Truppe sich reingekämpft hat“, lobte später SG-Trainer Werner Heidemüller. Kapitän Björn Venter hatte die erste große Möglichkeit (15./knapp vorbei) und erzielte in der 22. Minute den Ausgleich. Nach Querpass von Tobias Simon spitzelte der Routinier den Ball an Heidrich vorbei ins Netz. Siebleben antwortete postwendend, wobei der Gast zeigte, was ein schlichter Doppelpass bewegen kann. Alexander König spielte zurück in den Lauf von Michele Lehmann. Der Rest war für den Torjäger frei vorm Gehäuse eine leichte Übung (26.). Mehr ließ der Gastgeber bis zur Pause nicht zu. Nicht zuletzt, weil der junge Keeper Marc Morgenweck erst bei einem Freistoß und Sekunden später auch nach Oliver Türks Solo auf dem Posten war(33.).

Nach Wiederbeginn blieb das Spiel weiter offen. Marksuhl verkaufte sich teuer, mühte sich um den Ausgleich, doch die klaren Aktionen vor Heidrichs Kasten fehlten. Auch Siebleben kam zunächst zu keinen Hochkarätern, ehe sich der Gast den schmalen Platz zunutze machte. Ein Einwurf von Elias Herr glich einer Ecke, der Ball segelte bis zentral vors Tor, wo Marc Steppan die Kugel unglücklich per Kopf zum 1:3 (72.) ins eigene Netz verlängerte. Den Gastgebern fehlten Kraft und auch die Alternativen auf der Bank (Hentrich war einziger Wechselspieler), um das Spiel in der Schlussphase noch einmal spannend zu machen.


Quelle: TA Gotha 17.09.2019